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Was es für mich bedeutet (hat), eine Geliebte zu sein

24.02.2002

Chalina

- Warten auf einen Anruf, ein liebes Wort,
- eine Geste, das nächste Treffen, dass er Zeit hat
- Zuhören und „die Verständnisvolle“ sein,
- wenn es bei ihm zu Hause Ärger oder Kummer gibt
- Still ertragen, dass er „wir“ sagt und nicht mich und ihn damit meint
- Wissen, dass er nach ein paar Stunden mit mir
- zurück zu seiner Frau geht
- Einschlafen, ohne ihn, und wissen, genau jetzt ist seine Frau bei ihm
- Aufwachen, ohne ihn, und wissen, genau jetzt ist seine Frau bei ihm
- Sehnsucht haben, und auf das nächste Treffen warten müssen
- Ihn im Geiste mit seiner Frau und seinen Kindern sehen
- Einen schönen Tag gehabt zu haben,
- und ihm abends nicht spontan darüber erzählen zu können
- Einen schlechten Tag gehabt zu haben, und ihm abends nicht darüber spontan darüber erzählen zu können
- Hoffnungen haben, und wissen, sie erfüllen sich nicht
- Sich Sorgen machen, wenn er sich nicht meldet und nicht anrufen zu können, ob ihm was passiert ist
- Verständnis für seine Eheprobleme haben, aber die eigenen Probleme nicht besprechen können
- (man will ja nicht „schwierig“ sein)
- Sich immer wieder „aufbauen“ lassen und doch alleine schlafen gehen zu müssen
- Zu wissen, er schläft mit seiner Frau (allein die Vorstellung war der Horror für mich)
- Alltäglichkeiten nicht erleben zu können
- Unendliches Glück, wenn wir zusammen waren
- Unendliche Einsamkeit, wenn wir nicht zusammen waren
- Totale Vertrautheit fühlen, aber nicht leben zu können
- Zu wissen, er ist „mein“ Mann fürs Leben, und eine andere Frau lebt mit ihm
- Misstrauen, Zweifel und Angst leben, ohne darüber sprechen zu können
- Besondere Tage nicht mit ihm teilen zu können (Geburtstage, Feiertage etc.)
- Liebe nicht leben zu können
- Verletzungen still ertragen, ohne sich darüber zu beschweren
- Viele „Kratzer“ in meinem Leben, durch die Heimlichkeit gibt es aber keine „Kratzer“ in seinem,
- es „gibt“ mich ja eigentlich gar nicht

Hört sich alles etwas negativ an? Jein ;-) ich hab auch viel Schönes erlebt und gelernt

- Ich hab vor allen Dingen wieder gelernt zu lieben, bedingungslos
- Ich hab das Leben wieder gefühlt, vor ihm war ich jahrelang „tot“
- Ich musste/durfte lernen zu vertrauen, blind
- Mich wieder jemanden zu öffnen, an mich heran lassen
- Geduld aufbringen, war - und ist - nicht gerade meine Stärke ;-)
- Einzelne Momente zu 100% genießen zu können
- Mich voll und ganz auf jemanden einlassen

Aber, und vielleicht euch „getrennten Geliebten“ auch so ergangen, ich hab auch schlimmes gelernt

- Bedingungslos lieben - ich weiß nicht, ob ich das in einer solchen Intensität noch einmal kann und will
- Gebrochenes Selbstvertrauen - bin ich es nicht wert, dass er zu mir steht?
- Demut - ich will nie wieder so hoch fliegen, nie wieder so tief fallen
- Selbstaufgabe – nichts war wichtiger als er, Hauptsache er fühlte sich wohl bei und mit mir
- Schmerz – nichts schmerzt mehr als ein liebendes, verzweifeltes, einsames und verletztes Herz
- Minderwertigkeit - auch wenn ich alles gebe was ich habe, es reicht doch nicht aus

Ich weiß, was ich in meiner Geliebten-Beziehung lernen durfte, und ich weiß, was ich lernen musste.
Aber ich weiß noch nicht, was ich daraus für mein Leben gelernt habe.

Dafür ist es noch zu früh, dafür schmerzen Herz und Seele noch zu sehr.



Chalina
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Foto: Johanna Fecke www.aboutpixel.de