Hallo ihr Lieben! :-) Hier wie versprochen die "lange Antwort" auf die Anfrage,
wie das mit der Liebe nach dem Abklingen der ersten Verliebtheit ist...
Wer eine mehrjährige Zweierbeziehung hinter sich hat oder
sie zur Zeit lebt, kennt das Problem: Es ist gar nicht so leicht, die Liebe am Blühen zu
halten, sich der Gefühle für den Partner immer bewusst zu bleiben und die Schmetterlinge
zu "konservieren".
Der Alltag zieht früher oder später ein, und irgendwann lebt man mehr nebeneinander her
als miteinander, und der eigene Partner, den man doch mal sooo geliebt hat, wird zur
Selbstverständlichkeit, zur Gewohnheit, die da ist wie das Bild an der Wand oder der
Sessel in der Ecke.
Wie kriegt man es hin, dass man trotz allem eine "lebendige Beziehung" führen
kann, dass man trotz allem auch nach Jahren noch weiß: DAS ist er, er war und ist die
Liebe meines Lebens... ;-)
Ich schreibe euch heute ein paar meiner ganz persönlichen
Tipps auf, sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und eine Garantie,
dass sie
funktionieren, kann ich euch auch nicht geben - kann euch nur sagen, bei mir klappt es
schon seit einigen Jahren sehr gut damit ;-), aber alles ist freilich subjektiv wie immer.
Ich schreibe es mal wieder aus weiblicher Sicht, und logischerweise aus der Sicht einer
noch recht jungen Ehe.
Vielleicht ergänzt der eine oder andere noch was dazu? Fände ich prima!
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1. Vergesst nie das Gefühl der ersten Verliebtheit;
setzt hin und wieder bewusst die rosarote Brille auf.
Ein guter Tipp, stammt nicht von mir, sondern aus der
Psychologie.
Es ist klar, dass sich im Lauf der Zeit auch "andere Seiten" am Partner
herausstellen, dass man allmählich seine Macken kennenlernt und feststellt,
hey, ein
Übermensch ist das auch nicht, im Gegenteil...
Dann ist es wichtig, bewusst an die erste Zeit zurückzudenken und sich einfach
vorzustellen, den Partner noch einmal mit denselben Augen wie damals zu sehen. Wie war das
damals, als ER von einem stand, wie war das, als das eigene Herz gebebt hat bis zum
Zerspringen, wie war das, wenn man auf jede SMS, jeden Anruf gewartet hat...
Das eigene Herz "anstupsen" sozusagen, damit die Schmetterlinge wieder fliegen.
;-)
2. Versucht nicht, den Partner zu ändern.
Erstens klappt es meistens sowieso nicht, zweitens haben
Veränderungen häufig Nebenwirkungen, die man sich in dieser Art nie gewünscht hat.
Außerdem ist die Gefahr groß, dass euch euer Partner in veränderter Form gar nicht mehr
gefällt - weil er nicht mehr er selbst ist. Einen anderen Menschen als Partner für das
Leben anzunehmen, bedeutet, Respekt vor seiner Persönlichkeit und Identität zu haben.
Dazu gehört, nicht an ihm herumzudoktern.
3. Werdet souverän.
Regt euch nicht über jede Kleinigkeit auf. Der meiste
Kram, mit dem man sich tagtäglich herumschlägt, ist eigentlich unwichtiger Nonsens.
Steht über den Dingen. Akzeptiert, dass eure Partner nicht perfekt sind, ihr selbst seid
es schließlich auch nicht. Seid großmütig ihnen, aber auch euch selbst gegenüber. Er
hat mal wieder den Schwiegermutterbesuch vergessen und zudem den Keller nicht aufgeräumt?
Nicht so toll, aber na und? Er ist der Mann, den ihr liebt. Schwiegermutter wird es
überleben, trotz Vorankündigung wie ein "Überraschungsgast" empfangen worden
zu sein, und den Keller kann man auch wann anders aufräumen.
4. Liebt euch selbst und bleibt Individuum auch in
der Partnerschaft
Frauen haben oft den merkwürdigen Drang dazu, sich in
Partnerschaften selbst "aufzugeben". Sie sind so versessen darauf, dem
Gegenüber alles zu geben, dass sie sich selbst und die eigene Individualität komplett
aus dem Blick verlieren.
Wer das tut, entfremdet sich aber über kurz oder lang von sich selbst und wird für den
Partner auch langweilig. Deshalb: Pflegt auch weiter eure eigenen Hobbys und Kontakte,
lasst euch nicht okkupieren von zuviel Aufeinanderhocken. Denn das kann eine Partnerschaft
ersticken und zum Stillstand bringen. Wenn ihr unter der berühmten Doppel- oder gar
Dreifachbelastung leidet, versucht trotzdem, ob ihr nicht ganz bewusst
einen Abend oder
wenigstens ein paar Stunden die Woche für euch freischaufeln könnt, der nur euch
gehört, an dem ihr euch mit Freundinnen trefft, euch pflegt, oder einfach euren Träumen
und Gedanken bei schöner Musik freien Lauf lasst.
5. Redet miteinander
Eigentlich ganz leicht, oder?
In der Realität aber oft keine Selbstverständlichkeit. Man redet mit jedem: Mit der
Mutter, der Freundin, den Kollegen, nur mit dem eigenen Partner nicht. Jeder ist immer
bestens informiert, nur der Mann, mit dem man zusammenlebt, der läuft sehr oft nur so
nebenher.
Lasst euch deshalb an euren Gefühlen, Gedanken und Träumen teilhaben. Erzählt euch
gegenseitig eure Ziele im Leben. Nehmt euch hin und wieder die Zeit, euch (OHNE Fernseher,
OHNE Radio) zusammenzusetzen und euch zu berichten, wie es derzeit in euren verschiedenen
Lebensbereichen läuft. Mit wem von euren Freunden/ Kollegen kommt ihr gerade gut aus, mit
wem nicht? Wie sieht es im Beruf aus, hatte man Ärger, hatte man Erfolg? Wie fühlt man
sich insgesamt, bräuchte man mal wieder Urlaub, hat man Lust und Energie auf neue
Erlebnisse?
- Das solltet ihr mit eurem Partner teilen, denn dann kann er auch an eurem Leben
teilhaben.
6. Streitet fair
Ihr müsst nicht traurig sein, wenn ihr das Gefühl habt,
dass es in eurer Ehe/Beziehung viel Streit gibt. Oft sind es die lebendigsten Beziehungen,
in denen viel gestritten wird, Beziehungen, die leidenschaftlich und emotionsgeladen sind,
und in die beide Beteiligte viele Gefühle einbringen.
Wichtig ist nur das Wie: Macht aus Mücken keine Elefanten. Werdet nicht pauschal
abwertend ("Du machst das IMMER so, IMMER verletzt du mich, IMMER wieder denke ich,
du hast mich NIE geliebt..."). Sagt keine Dinge, die ihr später bereuen werdet
(keine Beleidigungen, keine Drohungen, keine Verurteilungen des Partners als Ganzes).
Konzentriert euch auf das spezielle Problem, sagt, was EUCH daran stört ("Da ist
etwas geschehen, was ich nicht in Ordnung finde, es hat mich verletzt."). Wenn ihr
das Gefühl habt, ein Streit könnte eskalieren, macht einen Waffenstillstand' und
geht für eine Stunde auseinander; das kann so aussehen, dass einer einen Spaziergang
macht, während der andere in der Wohnung bleibt, o.ä.. Wenn sich die Gemüter beruhigt
haben, ist es meistens möglich, nochmal frisch anzusetzen, ohne dass
die
Eskalationssituation gegeben ist.
Vergesst auch im Streit nicht, dass ihr euren Partner liebt (verlange ich hier
Unmögliches von euch? *lach, nee, ich weiß, es ist schwer, vor allem, wenn sich der
Liebste gerade eben mal wieder aufgeführt hat wie ein Riesen-Rhinozeros... aber es geht,
und je mehr Übung ihr dabei habt, umso besser geht es).
7. Seht Krisen als Chance
KEINE Ehe, sie kann noch so gut sein, wird 40, 50, 60 Jahre
überstehen ohne Krise. Pi mal Daumen (und auf die Erfahrungswerte aus meiner Familie
bezogen) würde ich den Durchschnitt bei einem solch langen Eheleben auf mindestens zwei
ernsthafte Krisen plus ein paar kleinere Tiefen ansetzen.
Machen wir uns nichts vor, wir können viel theoretisieren, wir wissen alle: In dem
Moment, in dem wir in der Krise drinstecken, ist es elend schlimm und tut furchtbar weh -
klar, sonst wäre es ja keine Krise. Trotzdem ist es so, dass eine gemeisterte Krise eine
ungeheure Chance bedeuten kann, für die eigene Persönlichkeit, wie für die
Partnerschaft. Wichtig ist nur, dass man sie zusammen meistert, dass
man sich an den
Händen fasst und die Hürde gemeinsam nimmt. Wenn einer dabei auf der Strecke bleibt, ist
es keine Krise mehr, dann ist es das Ende.
Wenn es aber gemeinsam klappt, wird die Liebe hinterher gereifter und tiefer sein und in
eine neue Phase übergehen.
Was meine eigene Situation angeht, so schließe ich selbst es z.B. nicht aus,
dass auch
mein Mann einmal "schwach" werden könnte, er ist schließlich
ebenso wenig immun
gegen Geliebte wie ich gegen Geiger. Es kann immer passieren, und keiner ist davor gefeit.
Was ist dann, wenn... - ?
Es wird unendlich weh tun, und ich werde in ein sehr, sehr tiefes Loch fallen. Ich werde
weinen und schreien und im ersten Moment glauben, dass ich es nicht überleben werde. Dann
werde ich mich leer fühlen, ausgebrannt, so, als habe jemand mein Innerstes geraubt. Ich
werde alles in Frage stellen, woran ich jemals geglaubt habe und von dem ich dachte,
dass es richtig war.
Und dann...
Dann hoffe ich, dass sowohl mein Mann als auch ich reif genug sein werden, um darüber zu
reden. Ich hoffe, dass unser beider Liebe tief und stark genug sein wird,
dass wir uns
beide erneut füreinander entscheiden und den Bund ein zweites Mal schließen können. Ich
hoffe, dass ich genug Größe haben werde, um aus ganzem Herzen zu verzeihen, ihm und ihr.
Und ich hoffe, wieder glücklich zu werden mit ihm. ;-)
8. Lasst euch Freiräume
Erstickt eure Partner nicht, weder mit Fürsorge noch mit
Kontrolle. Lasst ihnen Luft zum Atmen und Raum zum Wachsen. Gemeinsame Erlebnisse sind
toll, eigene aber befruchten die Partnerschaft, halten die Liebe spannend. Wer hin und
wieder etwas getrennt unternimmt, Hobbys und Kontakte pflegt, hat sich immer wieder etwas
zu erzählen.
Wenn er abends mit seinen Kumpels weg will - gönnt es ihm. Macht ihm keine Szene, werft
ihm nicht vor, euch nicht zu lieben, nur weil er euch mal alleine lässt. Nutzt die Zeit
lieber für euch, freut euch, dass ihr mal "frei" habt. Schnüffelt ihm nicht
hinterher und durchsucht seine Sachen nicht; wenn er es darauf anlegt, euch zu betrügen,
schafft er das auch bei aller Kontrolle, es bringt also gar nichts. Verbietet ihm seine
Hobbys nicht, und seid nicht eifersüchtig auf seine Familie oder seine Freunde. Klar ist
sein Kumpel Berti nervig, die ganze Zeit lacht er blöd rum und reißt schmutzige Witze.
Und was die beiden Männer daran finden, sich in den Keller zurückzuziehen, sich bunte
Fanschals um den Hals zu hängen und laut gröhlend vor der Glotze zu hocken, das wird
eine kultivierte, vernünftige Frau wohl nie begreifen...
Aber Männe hängt nun mal an Berti und Berti an ihm, also kein Grund, herumzugiften, nur
weil es euch nicht passt.
Und, ganz im Vertrauen, sooo übel ist der Berti eigentlich gar nicht... denkt nur mal an
letztes Weihnachten, als Männe und die Kinder mit Grippe im Bett lagen, euch alles über
den Kopf gewachsen ist, und dann zu allem Überfluss noch der Wasserrohrbruch passierte
und es im ganzen Haus kein Wasser mehr gab... kein Handwerker aufzutreiben, weil es kurz
vor Weihnachten war... da war es doch Berti, der sofort am selben Tag nach der Arbeit
angedüst kam und sogar noch einen Installateur-Kumpel mitgebracht hat, und am selben
Abend haben die beiden die Wasserleitung wieder zusammengeklopft und repariert gehabt...
Das sollte man vielleicht auch nicht ganz unerwähnt lassen... ;-)
9. Kultiviert eure Gemeinsamkeiten
Ebenso wichtig wie die Freiräume sind die Gemeinsamkeiten.
Erst ein ausgewogenes Miteinander der beiden Aspekte macht die Harmonie einer Ehe aus.
Gut ist es, wenn ihr ein gemeinsames Hobby oder Interesse habt, das ihr zusammen pflegen
könnt (bei mir und meinem Mann ist es z.B. das soziale Engagement, außerdem reisen wir
beide sehr gern (<--- Studienreisen, immer wieder spannend und hochinteressant, gibt
tolle gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen)). Nichts schweißt mehr zusammen als
gemeinsames Erleben und schöne Erinnerungen.
10. Empfindet euch als Team
Zieht immer an demselben Strang. Unterstützt euch
gegenseitig beim Erreichen eurer Ziele. Tragt Frust nicht in der Form in die Partnerschaft
hinein, dass ihr eure miese Laune am Gegenüber auslasst, sondern erzählt ihm von euren
Problemen und sucht gemeinsam nach Lösungen. Lasst euch von euren Partnern helfen und
seid auch selbst für sie da in allen Lebensbereichen und -lagen.
Sprecht euch gegenseitig Anerkennung aus, wenn ihr etwas Gemeinsames erreicht habt oder
einer von euch einen einzelnen Erfolg verbuchen konnte. Lobt euch gegenseitig und freut
euch miteinander.
11. Kommt weg von der "Mach mich
glücklich!"- Einstellung
Viele Frauen neigen dazu, vom Partner das vollkommene
Glück und die Lösung all ihrer Probleme zu erwarten. Dass das nicht funktionieren kann,
ist klar; mit dieser Einstellung überfordert man JEDEN Menschen.
Letztendlich ist es so, dass man die Verantwortung für das eigene Glück immer selbst
trägt. Es liegt an einem selbst, was man aus seinem Leben macht und wie man es angeht.
Wer in der Lage ist, sich selbst glücklich zu machen, wird auch in seiner Partnerschaft
viel Glück finden.
12. Bemüht euch umeinander
Irgendwie ist es schon seltsam - ausgerechnet dem Menschen,
den man doch am meisten von allen liebt, lässt man oft die wenigste Aufmerksamkeit
zukommen, bei ihm gibt man sich am seltensten Mühe, weil er halt eben so
SELBSTVERSTÄNDLICH ist. Vorsicht: Nichts auf der Welt ist selbstverständlich!
Was aber hindert einen daran, auch um einen Menschen, der einem eigentlich schon
"gehört", zu werben? Sich um ihn zu bemühen, sich kleine Überraschungen
auszudenken, ihm eine Freude zu machen?
Sendet ihm doch einfach mal wieder ein paar liebe SMS, versteckt ihm einen Liebesbrief
unter seinem Kopfkissen. Kauft ihm eine Kleinigkeit, über die er sich freut oder
entführt ihn auf einen Überraschungsausflug. Albern, weil man schon so viele Jahre
zusammen und verheiratet ist? Nicht doch, nicht doch. Gerade DANN ist diese Liebe wertvoll
und will gepflegt sein.
Ich schreibe dem meinigen gerne Liebesgedichte, und seine Spezialität ist es, alle Jahre
wieder mal so zu tun, als wäre ich nicht seine Ehefrau und als würde er wieder um mich
werben. Ich weiß dann immer, dass mir nun eine tolle Woche bevorsteht, mit
Blumensträußen via Fleurop, tausend lieben Anrufen und E-Mails.
Warum soll man solche Dinge immer nur in "frischen" Beziehungen oder mit
Zweitmännern erleben dürfen, warum nicht mit dem langjährigen Ehemann?
Versucht, es hinzukriegen (ich weiß, es ist stressig und schwierig, gerade mit Beruf und
mit Kindern noch mehr), dass ihr euch wenigstens alle zwei, drei Wochen mal so richtig
hübsch für ihn macht. Nicht nur dann, wenn ihr ausgeht oder andere mit dabei sind,
sondern wirklich für zuhause und für ihn. Schließlich kriegt er euch auch oft genug im
Jogginganzug mit wirren Haaren und ungeschminkt zu Gesicht, oder? *smile
Außerdem, selbst wenn ihr es in dem Moment, in dem ihr mit dem "Hübschmachen"
anfangt, als stressig empfindet, wird es euch gut tun: Ihr werdet euch gefallen, wenn ihr
euch im Spiegel anseht, ihr werdet selbstbewusst sagen können: "Hey, ich bin eine
tolle Frau!"
Somit tut ihr mit dem, was ihr für ihn tut, auch schon wieder was für euch... aber
pscht, nicht weitersagen ;-).
13. Guter Sex ist wichtig
Heikles Thema, hmm?
Die Wichtigkeit von gutem Sex für eine gute Beziehung wird leider gerade von Frauen oft
unterschätzt. Tut das nicht! Männer geben es oft nicht zu, um euch nicht zu verletzen,
sie zeigen es nicht, dass sie diese 08/15-Nummer im Ehebett schon lange nervt, aber auch
ihr selbst tut euch nichts Gutes damit, wenn ihr aus falscher Scham, Bequemlichkeit oder
Ignoranz auf ein erfülltes Sexualleben verzichtet.
Deshalb: Seid experimentierfreudig. Das bedeutet nicht, dass ihr Sachen tun sollt, die
euch abstoßen, aber vieles, was ihr bislang nur vom Hörensagen kennt, wird euch
vielleicht Spaß machen, wenn ihr es erst mal ausprobiert habt. Es gibt eine Menge
"harmloser" Varianten, die schon viel dazu beitragen können,
dass der Sex
wieder spannend und aufregend wird, wechselt mal die Stellung, tauscht das Bett gegen den
Küchentisch oder (kein Witz!) ein Hotelzimmer, geht in einem öffentlichen Gebäude bis
in das letzte Stockwerk oben unter dem Dach (dort ist es meistens ziemlich ruhig und
einsam ;-))... und never forget, hübschmachen! Richtet hin und wieder mal ein
Candlelight-Dinner zuhause, überrascht ihn im Flur in einem tiefdekolletierten
Samtkleid
mit nichts darunter als Strapsen und Strümpfen.
Eeeecht, das funktioniert??? - Und wie, meine Lieben! *rotwerd*
ähhh, also ich bringe so
eine Aktion ungefähr einmal im Monat, und es ist immer wieder ein tolles Erlebnis...
- Aber ist das nicht anstrengend, sich immer wieder Dinge
für den Partner ausdenken zu müssen? Yep, natürlich ist es das manchmal, vor allem,
wenn man gerade vielleicht zusätzlich Stress im Beruf hat, irgendwie unlustig drauf ist,
tausenderlei anderen Kram zu erledigen hätte... aber gerade dann sollte man sich ZEIT
nehmen. Und ganz im Ernst, warum machen eigentlich immer alle so ein Theater darum, wenn
es heißt, dass man für eine gute Beziehung auch arbeiten muss, dass
es auch mal
anstrengend ist, eine Partnerschaft stabil und liebevoll zu erhalten?
Für alles, was uns im Leben etwas wert ist, müssen wir arbeiten. Freundschaften wollen
gepflegt sein, für unsere Körper müssen wir gut sorgen, damit sie nicht krank werden,
und wenn wir ein schickes Auto oder eine neue Wohnungseinrichtung haben wollen, müssen
wir dafür arbeiten. Warum machen wir gerade in dem Lebensbereich, der uns allen so
unendlich wichtig ist, warum machen wir gerade in der Liebe ein Gezeter darum und
erwarten, dass uns hier alles geschenkt wird?
- Das nur mal wieder als Denkanstoß.
14. Lacht miteinander
Ein echtes Erfolgsrezept. Führt euch ruhig hin und wieder
kindisch miteinander auf, habt Spaß am Leben und genießt es. Zuckt die Achseln, wenn
andere euch deshalb für komplett durchgeknallt halten - wichtig ist,
dass ihr glücklich
seid.
Vor ein paar Tagen, als es noch so heiß draußen war, habe ich mit meinem Vater
telefoniert. Er erzählte mir, dass die Nachbarn mal wieder "blöd geschaut"
hätten. Oje, ich ahnte schon, was kommen würde...
Meine Eltern, beide gestandene ältere Herrschaften jenseits der 50, hatten sich in einem
ihrer (oft auftretenden ;-)) Anfälle von Spontaneität riesige bunte Wasserpistolen
gekauft und mittags im Garten Fangen und Verstecken miteinander gespielt. Und sich dabei
gegenseitig unter lauthalsem Gebrüll und Gelächter mit den Wasserpistolen beschossen.
Die Nachbarn müssen wie erstarrt auf ihren Balkonen und Terrassen gesessen haben und
ihren Augen nicht getraut haben.
"Nun ja," meinte mein Vater in aller Gelassenheit, "Solange wir noch reihum
zu den ganzen Grillfesten eingeladen werden, kann es noch nicht so schlimm sein."
Bingo. Und von mir aus können die Nachbarn gucken, so viel sie wollen: Tatsache ist,
dass meine Eltern wie immer mal wieder einen klasse Nachmittag und viel Spaß miteinander
hatten.
15. Setzt euch eure Highlights selbst
Viele Leute verbringen ihr Leben damit, zu warten. Sie
warten darauf, dass irgendetwas ganz, ganz Tolles passiert, dass ein Wunder geschieht,
dass sie eines Morgens aufwachen und die ganze Welt ist verändert und das reinste
Schlaraffenland. Man wartet darauf, dass die Partnerschaft auf einmal einen
"Kick" bekommt, dass man im Lotto gewinnt, dass der Chef einem den
Non-plus-ultra-Job anbietet, oder darauf, dass plötzlich ein Zauberer vor einem steht und
sagt: "Ab heute wird dein Leben wundervoll sein". Man wartet auf tolle
Erlebnisse, die man gerne haben würde, und die aus irgendeinem Grund immer nur die
anderen zu haben scheinen.
Dabei kann sie jeder haben.
Knackpunkt ist, dass es an einem selbst liegt, was man im Rahmen seiner Möglichkeiten aus
seinem Leben macht!
Wer immer nur auf Highlights wartet, wird selten welche erleben. Man
muss sich die
Highlights selbst setzen, sich seine "Lebensschale selbst füllen". Es kommt
immer darauf an, was man selbst hineinlegt...
Schöne Erlebnisse sind selten Schicksal oder Zufall, sie sind bis zu einem hohen Grade
planbar. Schon mal darüber nachgedacht, wie klasse es sein kann, an einem heißen
Sommertag mit der ganzen Familie, dem Picknickkorb und ein paar Strandspielen loszuziehen,
anstatt den Tag vor der Flimmerkiste zu verbringen?
Wie schön es sein kann, sich einfach einmal ZEIT füreinander zu nehmen, miteinander zu
reden und sich zuzuhören?
Und dann die Erlebnis-Highlights, die man nie vergessen wird, solange man lebt...
Wir waren z.B. zum Jahrtausend-Sylvester in Wien auf dem Kaiserball. Diese letzten paar
Sekunden Hand in Hand im großen Saal in der Hofburg unter der Uhr, ehe der Zeiger auf
Mitternacht sprang... unvergesslich.
Und nächstes Jahr möchte ich zum Hochzeitstag nach Kairo, die Aufführung der
"Aida" vor den Kulissen der Pyramiden sehen. Auch das wird ein echtes Highlight
werden, auch das wieder ein Erlebnis für's Leben.
(Für alle, die nun sehnsüchtig gucken und seufzen "Das würden wir auch gerne
machen, aber das Geld..."
Geht mal ins Reisebüro und fragt einfach nach! Diese ganzen Veranstaltungen sind pauschal
buchbar, und wenn ihr nicht viel Wert auf die Qualität der Unterkunft und sonstigen Luxus
legt, dann werdet ihr euch wundern, für wie wenig "materielles" diese ideellen
Highlights zu haben sind... ;-)
Außerdem macht man das ja nicht jedes Jahr, sondern alle paar Jahre einmal.
*smile)
16. Nehmt euch Zeit
Schwierig! Besonders, wenn beide arbeiten, besonders, wenn
Kinder da sind. Trotzdem: Ein Tag, wenigstens ein Abend in der Woche sollte der
Partnerschaft gehören. Nutzt diesen Tag/Abend zum Reden, Genießen, Lieben. Konzentriert
euch hier ganz auf euch als Paar, lasst andere Leute außen vor.
Es ist lieb gemeint, wenn euch die Leute raten :"Man darf nicht zulassen,
dass man
nebeneinander her lebt!" - aber wer selbst schon die Erfahrung einer langjährigen
Partnerschaft gemacht hat, weiß, wie schwer bzw. wie unmöglich das ist.
Der Alltag holt jede Beziehung ein, aber meine Erfahrung ist, dass wenn man sich einen
Abend bewusst für den Partner reserviert und hier "miteinander lebt",
dass es
dann auch nicht schlimm ist, wenn man den Rest der Woche zwangsläufig mehr nebeneinander
her lebt. Es gibt eben "Alltag", und es gibt "Sonntag", und es ist
möglich, beides mit demselben Mann zu erleben.
17. Erinnert euch daran, dass ihr euch liebt.
Das hört sich nun ganz selbstverständlich an, nicht wahr?
Ist es aber gar nicht.
"Ich liebe dich" ist so leicht, so nebenbei dahergesagt.
Was dahintersteckt, vergisst man ganz unmerklich im Lauf der Jahre.
Sich erinnern heißt, sich etwas innerlich bewusst zu machen und sich dort zu bewahren.
Was bewahrt werden soll, ist das Gefühl für ihn, ist die Liebe, die irgendwann im
eigenen Herzen aufgeblüht ist und die man nun so gerne am Blühen halten möchte.
Und der Mensch, um den es geht, das ist ER, derjenige, für den wir uns entschieden haben,
um das Leben mit ihm zu verbringen.
Im Verlauf langjähriger Beziehungen passieren seltsame Dinge. Nach einer gewissen Zeit
regen uns Kleinigkeiten auf. Wir fangen an zu streiten, verletzen und werden verletzt. Wir
stellen Rechnungen auf, haben das Gefühl, der Partner oder das Leben seien uns
"etwas schuldig". Es kommen Zeiten, in denen uns der vertraute, liebe Mensch
fremd erscheint.
Und ganz verrückterweise ist es so, dass uns auf einmal die Eigenschaften, die uns
früher an ihm so gut gefallen haben, zu Tode nerven. Weil wir plötzlich festgestellt
haben, dass auch seine positiven Eigenschaften eine Kehrseite haben, die wir in der ersten
Verliebtheit nicht wahrnehmen wollten, weil wir einsehen müssen, dass
manches, was uns in
dem einen Lebensbereich gut in den Kram passt, uns in einem anderen unsäglich stört.
Und dann ärgern wir uns, dass der Partner kein Kleiderschrank ist, aus dem wir ein Stück
rausnehmen und ein anderes dafür reinhängen können und das Leben keine Speisekarte, aus
der wir à la carte auswählen können, was uns gerade schmeckt.
Ich erzähle euch mal wieder von meinem Liebsten, dem
besten aller Ehemänner ;-): Er hängt sehr an seinem Beruf, ist voller Begeisterung bei
der Sache und ständig am Arbeiten. Sogar am Wochenende bringt er irgendwelche Akten mit
nach Hause und macht privat noch alles mögliche nebenbei. Die enthusiastische
Begeisterung, mit der er über seinen Aktenbergen brütet, vermisse ich aber kläglich,
wenn es zum Beispiel darum geht, dass er den Müll runterbringen soll.
Und nun? Nun kann ich mich aufregen. Ich kann zornig sein und schimpfen und toben und
Streit anfangen. Oder aber ich rege mich nicht auf und warte einfach ab. Irgendwann,
spätestens, wenn er die nächste Kaffeepause einlegt, wird er sich an meine Bitte
erinnern und den Müll dann schon runterbringen. Schließlich habe ich
gewusst, dass ich
einen Workoholic heirate, und wenn ich ehrlich bin, war doch auch gerade seine
Zielstrebigkeit, seine Ernsthaftigkeit in allen wichtigen Dingen eine der Eigenschaften,
die mich angezogen haben. Und schließlich zeigt er eben diese Zielstrebigkeit
und
Ernsthaftigkeit auch in der Partnerschaft, in allen Belangen unserer Ehe. Ist das nicht
viel wichtiger als der Müll, im wahrsten Sinne des Wortes?
Zweites Beispiel, brandaktuell, von heute:
Es ist Samstagmorgen, leichtes Nieselwetter, so richtig schön, um im Bett zu bleiben,
auszuschlafen, nachher gemütlich miteinander zu frühstücken, zu faulenzen...
Sechs Uhr morgens, ich bin noch im Tiefschlaf, auf einmal brüllt der Wecker los, Männe
springt aus dem Bett, zieht sich an, fängt an, wild mit Transparenten und Plakaten zu
rumpeln. Ich sitze mit einem Riesenschrecken aufrecht im Bett, dann fällt mir düster
wieder ein, richtig, irgendwas war heute, muss er nicht wieder die Wale retten gehen?
Nein, halt, das war letzten Monat, heute ist es was anderes.
Kein gemeinsames Frühstück, keine Faulenzerei, kein Kuscheln, kein Ausschlafen, nur ein
liebes Küsschen, ein nettes "Schlaf ruhig noch ein bisschen", und dann ist
Männe weg, auf dem Weg in die Fußgängerzone, Stand aufbauen, Unterschriftensammlung
gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran.
Und ich liege hier, bin schlecht aufgewacht, einsam und habe mindestens vier Waschladungen
Wäsche vor mir, bei denen mir keiner hilft.
Und nun? - Nun hätte ich toben, schreien, zornig sein
können. Ich hätte ihm eine Szene machen können, ihm vorwerfen, dass
ihm alles andere
wichtiger ist als ich, hätte die üblichen Totschlag-Sätze aussprechen können in der
Art von "IMMER machst du das, IMMER lässt du mich alleine, NIE hast du Zeit für
mich, du liebst mich NICHT, denn sonst würdest du...". Ich hätte frustriert sein
können, mich vernachlässigt fühlen können.
Was habe ich stattdessen gemacht?
Mir bewusst gemacht, dass das der Mann ist, in den ich mich verliebt habe.
Dass es diese
Eigenschaften sind, für die ich ihn bewundere, sein Engagement, seine Hilfsbereitschaft,
sein Verantwortungsbewusstsein auch gegenüber anderen. Habe mich daran erinnert, wie toll
ich es immer fand, dass ihm seine Mitmenschen nicht egal sind, dass er bereit ist, viel
Energie und Zeit in das zu stecken, woran er glaubt.
Und dass all dies Wesenszüge an ihm sind, die ich liebe.
Also habe ich erst mal noch zwei Stunden geschlafen, bin
dann gut gelaunt aufgewacht. Habe in aller Ruhe Kaffee getrunken, dazu meine Musik
gehört, die ihm nicht gefällt und die ich sonst aus Rücksicht auf ihn beim Frühstück
nicht auflege. Ich konnte mir endlich diese grauenhafte grüne Gurkenmaske ins Gesicht
schmieren, da mich nun ja keiner sieht, und ich habe die freie Zeit genutzt, mal wieder
ein Posting für euch zu schreiben - Zeit, die ich normalerweise nicht gehabt hätte. Im
Keller rumpelt gerade die zweite Wäscheladung durch, die erste hängt schon auf der
Leine.
Später werde ich ein halbes Dutzend Thermoskannen Kaffee kochen, einen Stapel belegter
Brote richten und mich auf den Weg in die Fußgängerzone machen, meinen Liebsten und
seine Mitstreiter überraschen.
Vielleicht ist mein Mann dann gerade im Gespräch mit einem unentschlossenen Passanten, so
vertieft, dass er mich nicht gleich bemerkt, und ich kann ihn ein bisschen
anschauen und
beobachten dabei. Ich werde seine Begeisterung sehen und seinen Einsatz, seine
Überzeugungskraft und seinen Willen, etwas zu bewegen. Und ich werde verdammt stolz auf
ihn sein...
Mindestens einer der Mitstreiter wird mal wieder
genießerisch meinen Kaffee schlürfen, es super finden, dass ich meinem Liebsten keinen
Stress mache wegen des verlorenen Samstags, stattdessen selbst noch vorbeikomme, er wird
sehnsüchtig dreinschauen und zu meinem Mann sagen, dass er eine tolle Frau hätte.
Mein Mann wird den Arm um mich legen und vor Stolz strahlen.
Vielleicht werde ich ein bisschen mithelfen beim Unterschriftensammeln, werde mich mal
wieder einmischen und mich unbeliebt machen bei haufenweise vorbeieilenden Leuten.
Vielleicht wird mir wieder jemand an den Kopf knallen, das ihn das alles nicht
interessiert und nicht betrifft und dass das ein gesellschaftliches Problem der anderen
ist. Und ich werde ihm dann erklären, dass es "die anderen" nicht gibt, und
dass die Gesellschaft immer WIR sind.
- Mal schauen, wie es abgehen wird!
Jedenfalls werden wir hinterher noch den ganzen Samstagabend für uns haben, und morgen
dann einen wunderschönen Sonntag.
Und ob man nun den Samstag- oder den Sonntagmorgen im Bett verbringt, ausschläft,
faulenzt, kuschelt, frühstückt. schmust...
... das ist doch eigentlich so was von egal, oder? :-)
************************************************
Alle guten Wünsche zum Wochenende,
vergesst nicht, euer Herz anzustupsen, damit die Schmetterlinge wieder fliegen :-)
und lest die Überschrift zu diesem Posting ruhig in doppeltem Sinne, so ist sie auch
gedacht...;-)
Alles Liebe wünscht euch
die Andersdenkende |